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Burg Waasen, Dürnerhof
Im Jahre 1983 feierte Weinburg sein 700-jähriges Bestehen mit einem großen Empfang des damaligen Bundespräsidenten Dr. Rudolf Kirchschläger.

Die frühere Weinburger Geschichte ist untrennbar mit der Geschichte der Burg Waasen verbunden, von der es heute nur mehr einige Mauerreste gibt.

Seit dem 13. Jahrhundert ist die Entwicklung unseres Ortes durch verschiedenste Urkunden nachvollziehbar. Aus diesen geht hervor, dass schon ab 1209 die Burg Waasen von adeligen Familien bewohnt war.

Der Name Weinburg entstand tatsächlich aus dem wenigen Weinbau, der in unserer Gegend im Mittelalter betrieben wurde. Damals hieß Weinburg noch Weinperch und später Weinberg. Erst um die Mitte des 17. Jhd. setzte sich der heutige Name durch.

Schon im 11. und 12. Jahrhundert dürften die Ortschaften, die heute Katastralgemeinden von Weinburg sind, bestanden haben: Waasen, Weinburg, Eck, Mühlhofen, Dietmannsdorf, Edlitz, Oed, Klangen, Engelsdorf, Luberg und Grub.

Dürnerhof entstand erst zu einem späteren Zeitpunkt (nach 1590). Zeugen aus dieser Vergangenheit sind noch alte Ortsbezeichnungen wie „Diaperschdorf“ dem heutigen Dietmannsdorf, entstanden aus dem mittelalterlichen Diepoltsdorff (1387), Dyepoltstorff (1437) und Diepßtorff (1591).

2 Ereignisse waren für die weitere Entwicklung Weinburgs maßgeblich: Der Bau der Straße von Spratzern über Ober Grafendorf nach Mainburg durch unser Gemeindegebiet und der Bau der Pielachtalbahn bzw. Mariazellerbahn.

Die Straße von Spratzern nach Mainburg wurde bereits im Jahre 1782 unter Georg Anton von Grechtler gebaut, der zur damaligen Zeit unter anderem Besitzer der Herrschaften Fridau, Rabenstein und Waasen war. Er ist auch in der „Grechtler Gruft“ in Weinburg begraben.

Die Pielachtalbahn wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts gebaut und wurde vorerst bis Kirchberg geführt. Obwohl Weinburg bis vor wenigen Jahren keine eigene Haltestelle hatte, war diese Bahn eine wichtige Verbindung Richtung St. Pölten bzw. Kirchberg.

Viele Jahrhunderte hindurch leiteten wichtige Persönlichkeiten die Geschicke unserer Gemeinde wie Dorfrichter, Herrschaftliche Besitzer, Pfarrer oder Bürgermeister. Die wechselvollste Geschichte durchlebte unsere Gemeinde aber im 20. Jahrhundert. 2 Weltkriege, Wirtschaftskrisen, Wirtschaftswunder zeigten Wirkung auf die Bevölkerung und die Entwicklung Weinburgs.

Mit dem 1. Weltkrieg brach eine Zeit der Not über die Bevölkerung Österreichs und auch Weinburgs herein. Alles wurde rationiert: Lebensmittel und Seife galten in dieser Zeit als Luxus. Um kontrollieren zu können, wie viel verbraucht wurde, wurden Kontrollkarten eingeführt.

Mit dem Ende des Krieges war aber nicht das Ende der Not gekommen. Eine galoppierende Inflation führte dazu, dass 1 kg Brot mitunter 100 Millionen Kronen kostete. Erst mit Einführung der Schillingwährung kam auch in Weinburg wieder etwas Ordnung ins Finanzwesen.

Die ersten österreichweiten Wahlen nach dem 1. Weltkrieg gab es am 16. Februar 1919: hier entfielen auf die Christlich Soziale Partei 28 Stimmen, auf den Bauernbund 139, auf die Deutschnationalen 19 und auf die Sozialdemokratische Partei 125.

Die erste Gemeinderatswahl im Jahre 1919 brachte eine Mehrheit der Sozialdemokraten. Den Bürgermeister stellte aber die Christlich-Soziale Partei – Franz Brocza. Der Vizebürgermeister hieß Johann Überacker von den Sozialdemokraten. Schon 1921 trat Franz Brocza zurück und Anton Partl wurde zum Bürgermeister gewählt.

Im Jahre 1931 wurde die Weinburger Waldkapelle feierlich eingeweiht. Sie bestand zwar schon seit dem vorigen Jahrhundert wurde aber teilweise neu gebaut. Bis heute ist sie ein beliebter Wallfahrts- und Ausflugsort für viele Menschen aus Weinburg und Umgebung.

1934 wurde der ehemalige Bürgermeister Felizian Gabriel in St. Pölten zu 18 Monaten schwerem Kerker verurteilt. Er veruntreute Gelder der Gemeinde und tauchte für einige Wochen unter, bis ihn doch noch die Gendarmerie verhaftete.

1936 erregte dann ein Kindermord in Waasen großes Aufsehen: Der 10-jährige Karl Hahn aus Dürnerhof wurde von dem 16-jährigen Rudolf Steinkellner aus Weinburg mit einem Gewehr erschossen und anschließend in den Werkskanal geworfen. In vielen Zeitungen wurde davon und auch von den Verhandlungen gegen den Täter berichtet.

Es gab aber auch heitere Vorkommnisse in unserer Gemeinde: In Kirchen war es üblich, dass der Patronatsherr – in unserem Falle die Herrschaft Fridau – einen eigenen Sitzplatz innehatte, den nur er benutzen durfte. In seiner Abwesenheit ging dieses Recht an seine Angestellten über bzw. durften dann andere Kirchenbesucher diese Sitzplätze benutzen. Nun gab es im Jahre 1937 eine Beschwerde an das Bischöfliche Ordinariat:

Die Tochter eines Angestellten des Patronatsherrn wollte in seiner Abwesenheit seinen Platz in der Kirche einnehmen. Auf der Bank saßen aber zu diesem Zeitpunkt schon der Oberlehrer und die Oberlehrerin, die angeblich kein Recht hatten, dort zu sitzen. Und diese beiden behaupteten noch dazu den Ecksitz. Als die Tochter nun ihren Platz einnehmen wollte, rückten die Lehrer weder nach (!) noch gingen sie aus dem Stuhl heraus (!) um sie vorbei zu lassen. Die Tochter musste sich also vorbeizwängen und hatte die Fr. Oberlehrer auch noch gestoßen (!). Das wurde dem Ordinariat „zur Kenntnis und Äußerung“ gebracht.

Man sieht: Auch in der guten alten Zeit gab es Eitelkeiten und Streitigkeiten um die lächerlichsten Dinge.

Der 13. März 1938 war auch in Weinburg aus heutiger Sicht ein Trauertag. Wenn auch der Anschluss Österreichs an Hitlerdeutschland bei uns ruhig vonstatten ging spürten die Einwohner sehr bald die Auswirkungen dieses Ereignisses. Wieder gab es Essen und andere Dinge nur mehr mit entsprechenden Karten, unliebsame Zeitgenossen wurden von einem Tag auf den anderen nicht mehr gesehen. Auch die Strafen für Straftäter wurden härter. So wurde der 28-jährige Josef Friesenhengst, der 1943 unter anderem aus der Weinburger Pfarrkanzlei eine goldene Monstranz und einen goldenen Kelch gestohlen hatte, wegen mehrfachen Einbruchs zum Tode verurteilt.

Die Kampfhandlungen spürten die Weinburger dann in den Jahren 1944 und 1945. Waren es vorerst „nur“ Luftangriffe, lagen die Weinburger ab Mitte April 1945 auch unter Artilleriefeuer, da die Front bis zum Kriegsende auf den Höhen bei Luberg lag, wovon noch eine Gedenkstätte auf der Straße von Rennersdorf nach Pömmern zeugt.

Die Zeit nach dem Krieg war wie überall eine Zeit der Entbehrungen aber auch des Wiederaufbaues. Zudem gab es wieder freie Wahlen, die zunächst die ÖVP als stimmenstärkste Partei sahen.

Getanzt wurde auch wieder: 1951 wurde im Gasthaus Gansberger ein Lumpenball veranstaltet. Gegen 20.30 Uhr ging jedoch die nebengelegene Scheune in Flammen auf. Für kurze Zeit unterbrach man die Tanzerei und beobachtete das Feuer. Als keine Gefahr mehr bestand tanzte man bis in die frühen Morgenstunden weiter.

Im Jahre 1953 gab es wieder ein großes gesellschaftliches Ereignis in Weinburg: Die neuen Glocken der Kirche wurden geweiht. Bei einem feierlichen Zug durch Weinburg wurden diese der Bevölkerung präsentiert.

Bei den Gemeinderatswahlen im Jahre 1960 konnte die SPÖ erstmals die Mehrheit der Stimmen erringen und stellte mit Erich Königsberger den Bürgermeister. Durch seine umsichtige Amtsführung, erfreute sich Bürgermeister Königsberger großer Zustimmung in der Bevölkerung, wurde 6 mal wiedergewählt und war 31 Jahre, bis zu seiner Pensionierung 1991, Bürgermeister der Gemeinde Weinburg.

In der Amtszeit von Bürgermeister Königsberger veränderte sich die Gemeinde Weinburg sehr positiv. So wurde unter Anderem die Wasserversorgungsanlage errichtet, mehrere Wohnhäuser, das Feuerwehrhaus (jetzt Ärztezentrum), das Amtshaus, die Aufbahrungshalle, der Kindergarten, die Sporthalle und die Volksschule gebaut, der Ortskanal mit Anschluss an den Pielach-Sammelkanal errichtet, Gemeindestraßen ausgebaut und eine zeitgemäße Straßenbeleuchtung installiert sowie zahlreiche Sozialleistungen für Familien eingeführt.

Bei der Brandkatastrophe am 19. September 1964 wurde das Walzwerk der Firma Teich AG zerstört.

1966 wurde das neu errichtete Feuerwehrhaus und die darin untergebrachte Brückenwaage feierlich gesegnet und ihren Bestimmungen übergeben.

Ebenfalls im Jahre 1966 wurde mit dem Um- und Neubau des Pfarrheimes begonnen.

Am 2. November 1966 wurden im Folienwalzwerk Teich AG., die nach dem Großbrand 1964, neu errichteten zwei Hallen eröffnet und geweiht. Im Jahre 1912 kauften die Brüder Teich die alte Mühle, um hier einen Betrieb zur Erzeugung von Folien zu gründen.

Die Energie zum Betreiben der Maschinen hofften sie durch das Wasserrad der Mühle zu gewinnen. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Fa. Teich zum größten und wichtigsten Betrieb Weinburgs, der den heutigen Wohlstand der Gemeinde erst richtig möglich machte.

1967 wurde die Wohnungsanlage in der Dr.-Tschadek-Straße 3 und 4 fertiggestellt. Am 18. November konnten 24 Wohnungen an junge Familien übergeben werden. Die feierliche Schlüsselübergabe erfolgte durch Dr. Otto Tschadek.

In den Jahren 1968 und 1969 wurde das Innere der Pfarrkirche renoviert

Am 8. November 1970 wurde Weinburg von der NÖ Landesregierung das Ortswappen verliehen. Anlässlich dieser Festlichkeit wurde Bürgermeister Königsberger der Ehrenring der Gemeinde Weinburg überreicht. Auch die feierliche Schlüsselübergabe an die Mieter des neuen Wohnhauses in der Dr.-Tschadek-Straße 6, fand im Rahmen dieser Feier statt. Somit wurden im Einvernehmen mit der Gemeinnützige Bau-und Siedlungsgenossenschaft Pielachtal bereits 50 Wohnungen errichtet.

1971 wurde die neue Aufbahrungshalle eröffnet und eingeweiht.

Am 11. Mai 1974 fand die feierliche Eröffnung des Amts- und Kulturhauses statt. 1971 wurde mit dem Bau begonnen und Ende 1973 konnte bereits die, bisher in der Volkschule untergebrachte, Gemeindekanzlei in das neue Gebäude einziehen.

1977 wurde der Kindergarten in Weinburg eröffnet, der bereits seit September 1976 benützt wurde. Daher wurde im Jahre 2001 das 25-Jahr Jubiläum des inzwischen erweiterten Kindergartens feierlich von der Bevölkerung begangen. Dieser war bereits unter den Pfarrern Wolf und Schröder geplant, jedoch aus den verschiedensten Gründen nicht zur Ausführung gekommen.

Am 26. Oktober 1977 wurde eine Filiale der Raiffeisenkasse Ober-Grafendorf offiziell eröffnet, die im Amtsgebäude untergebracht war. Mitte der Achtziger Jahre übersiedelte die Filiale in Räumlichkeiten des umgebauten Gasthofes Gansberger.

1978 und 1979 brachten eine spürbare Erleichterung des Verkehrsaufkommens für Weinburg. Die neue B 39 Umfahrung wurde fertig gestellt. Nun konnte man von Ober Grafendorf bis Kammerhof auf der neuen Straße fahren, ohne sich durch die Ortschaften zu quälen. Dadurch wurde natürlich auch die Lebensqualität in Weinburg gesteigert, welche im Jahre 2003 kurzfristig durch eine bauliche Sperre der Bundesstraße Einbußen erlitt.

Weinburg erlebte am 24. Juni 1979 eines der schwersten Unwetter seiner Geschichte. Gewitter und sintflutartiger Regen verwandelten die Straßen Weinburgs und Dietmannsdorfs in reißende Bäche. Der Reit- und der Winkelbach traten innerhalb einer halben Stunde aus den Ufern und überfluteten zahlreiche Keller.

Am 23. Oktober 1983 schließlich feierte Weinburg sein 700-jähriges Bestehen. Bundespräsident Dr. Rudolf Kirchschläger gab den Weinburgern die Ehre seiner Anwesenheit bei dem Festgottesdienst.

Am 30. September 1984 wurde die neu errichtete Sporthalle eröffnet und eingeweiht. Mit dem Bau wurde 1976 begonnen. Die Arbeiten wurden bereits Ende 1983 fertig gestellt.


Am 13. Oktober 1985 wurde der 100-jährige Geburtstag der Waldkapelle Weinburg gefeiert.

Ab 1986 wurde mit dem Neubau einer Volksschule begonnen. Dieser wurde notwendig, da die Bevölkerung Weinburgs stetig zugenommen hatte und schon Klassen statt im alten Schulhaus im Amtsgebäude untergebracht waren. Die feierliche Eröffnung war dann im Jahre 1988.

Am 25. September 1987 feierte die Fa. Teich mit einem großen Festakt ihr 75-jähriges Bestehen. Ehrengäste und Redner waren: Landeshauptmann Mag. Siegfried Ludwig, Nationalratsabgeordneter Dr. Josef Taus, BH Dr. Michalitsch, Bgm. Erich Königsberger, Gen.Dir. Stolzenberg.

Am 15. Oktober 1991 ging Bürgermeister Königsberger in Pension, der langjährige Vizebürgermeister Robert Gruberbauer übernahm nun das Amt des Bürgermeisters. Er wurde bei den Gemeinderatswahlen 1995 und 2000 als Kandidat der SPÖ mit großer Mehrheit wiedergewählt und bekleidete dieses 11 Jahre bis zu seiner Pensionierung 2002.

Bürgermeister Gruberbauer arbeitete sehr erfolgreich, so wurde in seiner Amtszeit unter Anderem die Pielachbrücke neu errichtet, der Kindergarten durch einen Zubau erweitert, die Freizeitanlage gestaltet, eine Wohnhausanlage und das Feuerwehrhaus gebaut, ebenso wurden verschiedene Sozialleistungen weiter verbessert.



Mit der Eröffnung des Feuerwehrhauses am 7. Juli 2002 in der Florianigasse bekam Weinburg eine moderne Einsatzzentrale, die eigentlich für einen Ort dieser Größe ein wenig überdimensioniert schien. Allerdings macht das stetige Wachsen der Firma Teich es notwendig, dass Weinburg der Expansion der wirtschaftlichen Lebensader des Tales, im Sinne des vorbeugenden Brandschutzes Rechnung trägt.


Seit der Pensionierung von Bürgermeister Gruberbauer im Oktober 2002 lenkt nun Bürgermeister Peter Kalteis die Geschicke der Gemeinde. Bei der Gemeindratswahl 2005 konnte die sozialdemokratische Partei mit dem Spitzenkandidaten Peter Kalteis die überwältigende Mehrheit von 68,24 % der gültigen Stimmen erreichen.

Bürgermeister Kalteis schaffte in seiner Amtszeit Wesentliches für die Gemeinde, so wurde der allseits beliebte Pielachsteg neu errichtet, der Kirchenplatz und das Friedensdenkmal zeitgemäß gestaltet sowie das Projekt des Therapeutischen Kletterzentrums Weinburg ausgearbeitet.